„Mit Starlink habe ich unterwegs überall Internet.“

Das war tatsächlich einer der Gründe, warum mich Starlink so fasziniert hat.

Camper irgendwo hinstellen, Laptop aufklappen und arbeiten. Kein Campingplatz-WLAN. Kein Café suchen. Keine Diskussion darüber, ob der Stellplatz überhaupt Empfang hat.

Genau meine Vorstellung von Freiheit.

Nur hat die Sache in der Praxis einen kleinen Haken.

Oder auch mehrere.

Ich brauchte gar keinen dichten Wald über mir. Ein schöner ruhiger Platz, ein paar Bäume rundherum und schon war es mit dem tollen Internet teilweise vorbei. Auch stabile Zoom-Calls waren nicht immer so selbstverständlich, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Dazu kamen Änderungen bei den Tarifen und Kosten fürs Pausieren. Irgendwann habe ich mich gefragt:

Brauche ich Starlink unterwegs eigentlich wirklich? Oder gibt es für meinen Camper eine einfachere Lösung?

Und damit war ich ziemlich schnell bei 4G- und 5G-Routern.

Handy-Hotspot? Für mich keine Dauerlösung

Natürlich kannst du dein Handy nehmen.

Hotspot an, Laptop verbinden, fertig.

Wenn du abends ein bisschen surfst oder gelegentlich eine Route am Laptop planst, reicht das vollkommen.

Wenn ich aber unterwegs arbeite, möchte ich mein Internet nicht ständig über mein Handy organisieren.

Laptop, Tablet und vielleicht noch weitere Geräte sollen einfach verbunden bleiben. Das Handy möchte ich trotzdem mitnehmen können. Und spätestens bei längeren Zoom-Terminen möchte ich eine Lösung haben, die genau für diesen Job gedacht ist.

Ein eigener Router bekommt deshalb seine eigene SIM-Karte und baut daraus dein WLAN im Camper auf.

Das ist für mich schon wesentlich näher an:

Tür zu. Laptop auf. Arbeiten.

Und brauche ich dafür gleich 5G?

Das war meine nächste Frage.

5G klingt natürlich erstmal nach: schneller, neuer, besser.

Aber wenn du unterwegs hauptsächlich E-Mails beantwortest, Google Maps nutzt, im Internet surfst und abends Netflix schaust, brauchst du nicht zwingend einen teuren 5G-Router.

4G kann dafür vollkommen ausreichen.

Interessanter wird 5G für mich bei dem, was ich tatsächlich unterwegs brauche: Videocalls, größere Uploads, Arbeit am Laptop und möglichst eine Verbindung, bei der ich nicht dauernd darüber nachdenken muss, ob sie hält.

Wobei eines wichtig ist:

Der beste 5G-Router der Welt zaubert dir keinen Mobilfunkmast neben den Camper.

Wenn an deinem Stellplatz kein vernünftiges Mobilfunknetz vorhanden ist, löst auch ein teurer Router dieses Problem nicht. Genau dort kommt Starlink wieder ins Spiel.

Meine drei interessantesten Router-Lösungen

Ich habe mir inzwischen einige Geräte angesehen. Drei finde ich für unterschiedliche Ansprüche interessant.

Ich möchte mir selbst eine vernünftige Lösung für den Camper zulegen und habe deshalb geschaut, was technisch wirklich Sinn ergibt und was Camper bereits in der Praxis einsetzen.

1. GL.iNet Spitz AX: Den würde ich mir fürs Arbeiten unterwegs zuerst ansehen

Wenn ich heute eine feste Internetlösung für meinen Camper kaufen müsste und regelmäßig unterwegs arbeiten wollte, wäre der GL.iNet Spitz AX (GL-X3000) mein Favorit.

Warum?

Du kannst zwei Nano-SIM-Karten einsetzen. Damit kannst du zum Beispiel zwei unterschiedliche Mobilfunkanbieter nutzen. Fällt die primäre Verbindung aus, lässt sich die zweite SIM als Backup konfigurieren. Der Router unterstützt 4G und 5G und hat Anschlüsse für externe Mobilfunkantennen.

Gerade die zwei SIM-Karten finde ich fürs Reisen interessant.

Denn was bringt mir der beste Tarif, wenn genau mein Anbieter an meinem Lieblingsplatz kaum Empfang hat?

Mit zwei unterschiedlichen Netzen hast du zumindest eine zweite Chance.

Auch für den Einbau in einen Camper ist der Spitz AX interessant. GL.iNet gibt einen Eingangsspannungsbereich von 9 bis 36 Volt an. In Wohnmobil-Erfahrungsberichten wird er entsprechend direkt in 12-V-Systeme integriert.

Das ist ein ganz anderer Ansatz als ein klassischer Heimrouter, den man irgendwie im Camper mitbetreibt.

Für wen würde ich ihn wählen?

Wenn du viel unterwegs arbeitest, Zoom-Calls machst und eine dauerhafte Internetlösung im Camper möchtest.

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2. GL.iNet Spitz Plus: Wenn dir 4G reicht

Und dann habe ich mir gedacht:

Muss es wirklich gleich die teuerste Variante sein?

Wahrscheinlich nicht.

Der GL.iNet Spitz Plus (GL-X2000) arbeitet mit 4G LTE statt 5G, bietet aber ebenfalls zwei Nano-SIM-Slots und Wi-Fi 6.

Für normales Arbeiten, Surfen und Streaming kann 4G absolut ausreichend sein, sofern das Mobilfunknetz vor Ort vernünftig ist.

Es gibt inzwischen auch praktische Einsätze in mobilen bzw. autarken Setups, bei denen gerade der vergleichsweise geringe Strombedarf ein Grund für die Wahl des Spitz Plus war.

Das macht ihn für mich zur interessanten Variante für alle, die sagen:

Ich möchte vernünftiges Internet im Camper, aber ich muss dafür nicht unbedingt 5G haben.

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3. TP-Link Deco X50-5G: Wenn du es eher unkompliziert möchtest

Dann gibt es noch eine Lösung, die ursprünglich eher aus der Heimnetz-Ecke kommt: den TP-Link Deco X50-5G.

Nano-SIM rein und der Router stellt die Mobilfunkverbindung her. Er unterstützt 5G und Wi-Fi 6 und besitzt zwei Anschlüsse für externe 4G-/5G-Antennen.

Für einen Camper würde ich ihn trotzdem anders einordnen als den Spitz AX.

TP-Link selbst positioniert den Deco stark als Heim- und Mesh-Router. Das Netzteil liefert 12 Volt, der aktuelle Herstellerwert für die maximale Leistungsaufnahme des Geräts liegt bei 25 Watt.

Heißt für mich:

Interessant, wenn du einen unkomplizierten 5G-Router suchst. Für einen konsequent auf Autarkie ausgelegten Camper würde ich persönlich eher zum Spitz AX tendieren.

Der TP-Link hat dafür einen deutlichen Preisvorteil gegenüber manchen hochwertigen mobilen 5G-Lösungen und ist über Amazon leicht erhältlich.

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Und was ist jetzt mit Starlink?

Starlink würde ich trotz meiner Erfahrungen überhaupt nicht abschreiben.

Es löst ein anderes Problem.

Wenn du irgendwo stehst, wo dein Smartphone schon kaum ein Mobilfunksignal bekommt, hilft dir auch ein 5G-Router nur begrenzt.

Dann wird Satelliteninternet interessant.

Und genau dafür finde ich Starlink nach wie vor faszinierend.

Ich würde es heute nur nicht mehr automatisch als erste Internetlösung für jeden Camper betrachten.

Denn Starlink braucht freie Sicht zum Himmel. Hindernisse können die Verbindung beeinträchtigen. Genau das war bei mir unterwegs immer wieder der Punkt, der mich genervt hat.

Und Strom ist beim autarken Reisen ebenfalls ein Thema.

Wenn ich meinen Strom selbst produzieren und speichern muss, interessiert mich plötzlich ziemlich genau, welches Gerät wie lange läuft.

Deshalb wäre meine Reihenfolge heute eine andere.

Was würde ich heute kaufen?

Wenn ich nur im Urlaub unterwegs bin, Mails lese, navigiere und abends etwas streame:

4G-Router.

Wenn ich wie zu Hause arbeiten möchte, Videocalls habe und möglichst flexibel zwischen Mobilfunknetzen wechseln will:

Spitz AX mit zwei SIM-Karten verschiedener Anbieter.

Wenn ich eine einfache 5G-Lösung suche und der Router nicht speziell fürs Wohnmobil ausgelegt sein muss:

TP-Link Deco X50-5G.

Und wenn ich regelmäßig dort stehe, wo Mobilfunk schlicht keine vernünftige Option mehr ist:

Starlink.

Eigentlich ist es also gar nicht die Frage:

„Was ist das beste Internet für den Camper?“

Sondern:

Wo möchtest du stehen, was möchtest du dort machen und wie unabhängig willst du dabei wirklich sein?

Für mich ist genau das der entscheidende Punkt.

Ich möchte nicht auf einen Campingplatz fahren müssen, weil es dort WLAN gibt.

Ich möchte den Platz wählen, an dem ich sein will.

Und dort möchte ich online sein können.


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