Ich habe für mich irgendwann ausprobiert, wie klein ich eigentlich wirklich wohnen möchte.

20 Quadratmeter können toll aussehen. Gerade auf Bildern. Alles ist kompakt, jeder Zentimeter wird genutzt und man bekommt erstaunlich viel unter.

Für mich wäre das auf Dauer trotzdem zu eng.

Ich habe einmal ein Haus mit ungefähr 60 Quadratmetern geplant. Und diese Größe fand ich überraschend angenehm. Es war immer noch klein genug, dass Putzen und Aufräumen schnell erledigt waren. Gleichzeitig hatte ich nicht ständig dieses Gefühl, mich zwischen Möbeln und Wänden durchschieben zu müssen.

Mir war wichtig, dass ich mich im Haus bewegen kann

Bei diesem Grundriss hatte ich einen Wunsch, der vielleicht erst einmal etwas ungewöhnlich klingt:

Ich wollte im Haus im Kreis gehen können.

Das Schlafzimmer hatte einen direkten Zugang zu einem kleinen Gästebad mit WC. Dieses Bad hatte auf der anderen Seite noch eine Tür Richtung Eingangsbereich.

Wenn beide Türen offen waren, konnte ich tatsächlich einmal rundherum durchs Haus gehen.

Das hat unglaublich viel am Raumgefühl verändert.

Obwohl das Haus nur ungefähr 60 Quadratmeter hatte, fühlte es sich offen an. Es gab keine Sackgassen, keine engen kleinen Bereiche, in denen man immer wieder umdrehen musste.

Solche Dinge sind mir bei einem kleinen Haus viel wichtiger als irgendeine feste Zahl bei den Quadratmetern.

Auf 60 Quadratmetern passt erstaunlich viel

Ich konnte damals sehr viel unterbringen.

Ein richtiges Schlafzimmer, ein kleines zusätzliches Bad, Wohnbereich, Küche und Stauraum – ohne dass alles gedrängt wirkte.

Trotzdem blieb das Haus überschaubar.

Du bist beim Putzen schnell durch. Du brauchst weniger Möbel. Die laufenden Kosten bleiben geringer als bei einem großen Haus. Und trotzdem kannst du dich frei bewegen.

Für mich war das eine sehr angenehme Mischung.

Wie klein möchtest du wirklich wohnen?

Wenn du über ein Tiny House nachdenkst, würde ich mich deshalb nicht an diesen typischen 20 oder 25 Quadratmetern festhalten.

Vielleicht reichen dir 20 Quadratmeter völlig.

Vielleicht merkst du aber auch, dass du gern ein richtiges Schlafzimmer hättest. Einen Schreibtisch. Etwas mehr Stauraum. Oder einfach genug Platz, dass zwei Menschen nicht ständig umeinander herum laufen müssen.

Dann können 40, 50 oder 60 Quadratmeter sehr viel angenehmer sein.

Und wir reden immer noch über ein kleines Haus.

Die Alternative ist schließlich nicht automatisch:

20 Quadratmeter oder 150 Quadratmeter.

Dazwischen liegt sehr viel.

Der Grundriss macht einen riesigen Unterschied

Ein schlecht geplanter Grundriss kann sich auf 60 Quadratmetern eng anfühlen.

Ein guter kann erstaunlich großzügig wirken.

Ich würde deshalb zuerst überlegen, wie du tatsächlich lebst.

Wo möchtest du schlafen?

Brauchst du einen Arbeitsplatz?

Wie wichtig ist dir eine große Küche?

Brauchst du ein zweites WC?

Wie viel Stauraum brauchst du wirklich?

Möchtest du alles auf einer Ebene oder findest du eine Schlafempore schön?

Solche Fragen bringen dich viel weiter als die Frage, wie viele Quadratmeter ein Tiny House „haben darf“.

Eine Schlafempore ist nicht für jeden die beste Lösung

Bei vielen Tiny Houses wird Platz über eine Schlafempore gewonnen.

Das kann gut funktionieren.

Ich persönlich würde mir aber sehr genau überlegen, ob ich dauerhaft über eine Leiter oder eine steile Treppe ins Bett möchte.

Gerade wenn man das Haus langfristig plant, finde ich ein richtiges Schlafzimmer auf einer Ebene angenehmer.

Dafür braucht man etwas mehr Grundfläche.

Das würde ich jederzeit in Kauf nehmen, wenn sich das Wohnen dadurch besser anfühlt.

Klein wohnen kann auch 50 oder 60 Quadratmeter bedeuten

Für mich hängt die Idee eines Tiny Houses nicht daran, möglichst wenig Fläche zu haben.

Es geht eher darum, bewusster zu bauen.

Nicht Räume einplanen, die man kaum nutzt.

Nicht 150 Quadratmeter bauen, nur weil das bei einem Einfamilienhaus irgendwann einmal Standard geworden ist.

Aber eben auch nicht auf 20 Quadratmeter gehen, wenn man sich darauf eigentlich überhaupt nicht wohlfühlt.

Vielleicht sind deine 35 Quadratmeter.

Vielleicht 48.

Vielleicht 60.

Das muss niemand außer dir entscheiden.

Es gibt auch andere Möglichkeiten als das klassische Tiny House

Ich würde mich beim Thema kleines Wohnen auch nicht ausschließlich auf die typischen fertigen Tiny Houses auf Rädern beschränken.

Eine Holzständerbauweise kann zum Beispiel sehr interessant sein, wenn du individuell planen möchtest.

Auch Dome Houses finde ich spannend, weil es sie in ganz unterschiedlichen Größen gibt. Manche Modelle gehen deutlich über die klassische Tiny-House-Größe hinaus.

Natürlich steigt mit mehr Fläche auch der Preis.

Mehr Fundament, mehr Dach, mehr Dämmung, mehr Fenster und mehr Innenausbau kosten Geld.

Trotzdem kann es sinnvoller sein, ein etwas größeres kleines Haus zu bauen, in dem du dich zehn oder zwanzig Jahre wohlfühlst, als ein extrem kleines, bei dem du nach kurzer Zeit merkst, dass dir ständig etwas fehlt.

Probier aus, was sich für dich gut anfühlt

Wenn du die Möglichkeit hast, würde ich verschiedene Größen einmal wirklich erleben.

Nicht nur anschauen.

Ein Wochenende in einem sehr kleinen Tiny House kann dir schon viel zeigen.

Wie fühlt sich der Morgen an?

Wo legst du deine Sachen hin?

Kannst du dich bewegen, ohne ständig etwas wegzuräumen?

Fehlt dir Platz oder genießt du gerade diese Reduktion?

Ich wusste nach meinen eigenen Erfahrungen ziemlich schnell, dass ich nicht möglichst klein wohnen möchte.

Ich möchte klein genug, dass das Haus wenig Arbeit macht und überschaubar bleibt.

Aber groß genug, dass ich mich darin frei bewegen kann.

Für mich lagen diese beiden Dinge bei ungefähr 60 Quadratmetern ziemlich nah beieinander.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert